Unser Camper Morvan ist kein Fahrzeug ab Stange. Nein, er wurde von uns in ca. 300 Arbeitsstunden vom Lieferwagen zum Camper umgebaut.Gestartet haben wir mit dem leeren, gebrauchten Lieferwagen. Einem blauen Citroen Jumper, Baujahr 2011.

Nachdem wir alle Verschalungen entfernt und den Innenraum gereinigt hatten, isolierten wir den Boden die Decke und alle Hohlräume der Wände und Türen.

Der grosse Teil der Ausbauarbeit leisteten wir in der kalten Jahreszeit. Darum war die Diesel- Standheizung das erste, was eingebaut wurde. Ab diesem Zeitpunkt konnte die Innentemperatur problemlos 20°C über die Aussentemperatur erwärmt werden.

Einige Arbeiten können jedoch nur gemacht werden, wenn die Aussentemperatur über 10°C ist. Beispielsweise die Scheiben tönen. Der Lieferwagen war bereits vollständig verglast. Mit dem 85% verdunkelten Scheiben bleiben nun neugierige Blicke und Wärmestrahlung Draussen.
Ebenfalls alles, was mit Sika-Kleber montiert wird, kann nicht gemacht werden, wenn es zu kalt ist. So folgten beim ersten schönen Wetter die Solarzellen und das Dachfenster.
Foto folgt…
Nicht nur auf dem Dach gab es Löcher ins Blech. Unter dem Fahrzeug kommen die Abwasserschläuche raus. Das Wasser wir von unter dem Fahrzeug mit einer Bilgepumpe wieder nach innen in einen Kanister gepumpt.
Die Abluft der Trockentrenntoilette wird durch ein Rohr unter dem Fahrzeug herausgeblasen. So soll es innen nie nach Toilette riechen. Die Toilette ist eine Eigenentwicklung. Sie lässt sich um das Abluftrohr drehen. So kann die Toilette unter das Bett geschwenkt werden und der Platz über der Duschwanne wird frei.


Unser Bett ist hinten Quer eingebaut. Das war auch der ausschlaggebende Punkt für die Wahl des Jumpers als Fahrzeug. Der Jumper (Ducato, Boxer) sind um gute 10 cm Breiter als andere Kastenwagen. Von Scheibe zu Scheibe sind es 2,05m was auch mit 30mm Schaumstoff-Isolation zum Liegen ausreicht.
Über dem Bett haben wir zwei Ikea Regale mit Schubladen montiert. Darauf können wir in Körben unsere Kleider verstauen. Bei vernünftiger Fahrweise bleiben diese dank Anti-Rutschmatten oben liegen.

Unter dem Bett befindet sich der Stauraum für unsere Velos. Die Velos befestigen wir an Gable und Hinterrad auf einem Brett. So können wir die Velos platzsparend unter das Bett schieben.
Unter dem Bett befinden sich auch die Kanister für Frisch- und Grauwasser sowie verschiedene Camping und Freizeit Ausrüstungen.

Nebst dem Wasser bunkern wir auch elektrische Energie. Gut 2 kWh können wir in den 24V Lithium-Ionen Akkus speichern. Geladen werden die Akkus mit 300W Solarpannel. Von April bis September sind wir damit theoretisch 100% autonom.

Verbrauchen tun wir die elektrische Energie vor allem durch Kochen. Der Inverter ist genug stark, um jedes erdenkliche 230V Gerät zu betreiben. Also haben wir eine Induktionskochplatte, eine Siebträger-Kaffeemaschine, Milchschäumer, Mixer, und eine Kompressorkühlbox. Selbst der Haarföhn funktioniert.
Weiter gibt es natürlich ein kleines Abwaschbecken mit fliessendem Wasser. Das Trinkwasser filtern wir mit dem Katadyn Filter. So brauchen wir uns um die Wasserqualität, die wir einfüllen, keine Sorgen zu machen.

Direkt an der Schiebetür haben wir unsere zwei Sitze mit dem Tisch montiert. Der Tisch lässt sich verschieben, so dass wir gut ein und aussteigen können.